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CEMIT. (11/10/11). "Pressemitteilung: Dendritische Zellen – die vorderste Front des Immunsystems. Vor wenigen Tagen ging der 12. Internationale Workshop zu Langerhans-Zellen in Innsbruck zu Ende". Innsbruck.

Region Region Innsbruck
  Country Austria
Organisations Organisation OncoTyrol – Center for Personalized Cancer Medicine GmbH
  Organisation 2 University of Innsbruck
Products Product oncology
  Product 2 cancer vaccine
Persons Person Hanisch, Carola (CEMIT 201105 Communication Manager)
  Person 2 Hofer, Bernhard (Oncotyrol 201105 Managing Director + CEMIT 201105 Managing Director)
     


Vor wenigen Tagen ging der 12. Internationale Workshop zu Langerhans-Zellen in Innsbruck zu Ende, der dem kürzlich verstorbenen Nobelpreisträger für Medizin 2011, Ralph Steinman, gewidmet wurde. Er fand unter Schirmherrschaft des Krebsforschungszentrums Oncotyrol und der Medizinischen Universität Innsbruck statt.


Im Jahr 1868 entdeckte Paul Langerhans sternförmig aussehende Zellen in der Haut: die Langerhans-Zellen. Er hielt sie, aus heutiger Sicht irrtümlicherweise, für Nervenzellen - eine Theorie, die ein ganzes Jahrhundert lang Bestand hatte. Erst Ralph Steinman erkannte in den frühen 1970ern, dass es sich in Wahrheit um die vorderste Front des Immunsystems handelt, um jene Zellen nämlich, die Krankheitserreger oder andere Gefahren erkennen und "Alarm schlagen". Diese Erkenntnis beruhte auf seiner bahnbrechenden Entdeckung der "Dendritischen Zellen", deren Repräsentanten in der Haut eben die Langerhans-Zellen sind. Steinman starb vor wenigen Wochen an Bauchspeicheldrüsenkrebs, tragischerweise unmittelbar vor Bekanntmachung des Nobelpreises.
Nikolaus Romani hob zur Eröffnung des traditionsreichen Workshops die vielfältigen Beziehungen hervor, die Steinman mit Innsbruck verband. So war Steinman Ehrendoktor der Universität Innsbruck und assoziierter Wissenschaftspartner der Cell Therapy Unit in Oncotyrol. Steinman hatte in den zurückliegenden Jahren oft am Langerhanszell-Workshop teilgenommen, der heuer zum erstenmal in Innsbruck stattfand.

Verfettete Immunzellen tragen zur Krebsentstehung bei

Über vier Tage lang wurden die ca. 150 Teilnehmer aus der ganzen Welt mit wissenschaftlichen Leckerbissen versorgt. Einer davon war der Vortrag von Dmitry Gabrilovich vom Moffit Cancer Center in Florida. Er widmete sich der Frage, warum dendritische Zellen bei Krebs versagen. Eigentlich sollten sie ja dafür sorgen, dass das Immunsystem entartete Zellen erkennt und Krebs schon im Ansatz verhindert. Gabrilovich überraschte mit folgender Erklärung:

Der Tumor produziert oxidierte Fettsäuren, die sich in den dendritischen Zellen ansammeln. Die verfetteten Zellen können die Tumor-Antigene nicht mehr richtig verarbeiten und präsentieren. Die T-Zellen, die "Soldaten" des Immunsystems, werden nicht mehr ordnungsgemäß gegen den Tumor losgeschickt, und der Krebs kann sich ausbreiten. Bei fettsüchtigen Menschen findet dieser Prozess übrigens nicht statt, so Gabrilovichs Antwort auf eine Frage aus dem Publikum. Fett allein reiche nicht aus, um die dendritischen Zellen lahmzulegen. Nur oxidierte Fettsäuren üben die unheilvolle Wirkung aus.

Wo bitte geht's zum Lymphgefäß?

Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Michael Sixt vom Institute of Science and Technology (IST) in Wien. Er ging der Frage nach, wie dendritische Zellen ihr Ziel finden. Wenn sie in der Haut auf Bakterien oder andere Gefahren stoßen, wandern sie in die Lymphgefäße und über die Lymphbahnen in die Lymphknoten, wo sie reifen und die Immunantwort in Gang setzen. Doch wer sagt ihnen, wo es langgeht? Sixt konnte in vielen eindrucksvollen Filmen zeigen, dass die dendritischen Zellen einem Chemokin namens CCL21 folgen. Wie ein Hund, der den Braten schnüffelt, wandern die dendritischen Zellen in Richtung zunehmender Konzentration ihres Lockstoffs. Das umliegende Gewebe hat einen Trick entwickelt, um den Konzentrationsanstieg des Lockstoffs dauerhaft aufrecht zu erhalten: Das Chemokin ist mit einem "klebrigen" Ende an das Bindegewebe gebunden. So wird für eine robuste und dauerhafte Orientierung der dendritischen Zellen gesorgt.

Langerhans-Zellen als Kämpfer gegen Krebs, Infektionen und Autoimmunität

Vorträge von Juliana Idoyaga von der Rockefeller Universität in New York, also Ralph Steinmans Wirkungsstätte, Eynav Klechevsky von der University of Minnesota aus Minneapolis, Sangkon Oh vom Baylor Institut for Immunology in Dallas, Texas zeigten vielversprechende Wege auf, wie man mittels spezifischer Antikörper Langerhans-Zellen und ihre dendritischen Verwandten in der Haut ganz gezielt dazu bringen kann, therapeutisch erwünschte Immunantworten zu erzeugen - Killerzellen bei Krebs oder immundämpfende Zellen bei Autoimmunität, zum Beispiel bei Multipler Sklerose.

"In Oncotyrol versuchen wir, dendritische Zellen einschließlich der Langerhans-Zellen der Haut zur Krebstherapie zu nutzen, ein Ansatz, den auch Steinman im Kampf gegen seine eigene Krankheit angewendet hat, und der ihm, wovon er selbst überzeugt war, eine markante Verlängerung seines Lebens um einige Jahre ermöglicht hat. Noch ist ein weiter Weg zu gehen, aber der Workshop zeigte eindrucksvoll, wie rasant sich die Forschung auf diesem Gebiet in jüngster Zeit entwickelt hat", resümierte Nikolaus Romani zum Abschluss des Meetings.


Hintergrund Oncotyrol:

Oncotyrol ist ein Verbund von Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zur beschleunigten Entwicklung individualisierter Krebstherapien, sowie prognostischer und präventiver Methoden. Im Bereich der Wissenschaft stehen die drei Tiroler Universitäten im Zentrum. Sie arbeiten mit internationalen Wissenschaftspartnern zusammen. Auf Seiten der Wirtschaft sind regionale, überregionale und international agierende Konzerne beteiligt.

Oncotyrol wird im Rahmen des Strukturprogramms COMET - Competence Centers for Excellent Technologies
durch die österreichischen Bundesministerien für Technologie (BMVIT) und Wirtschaft (BMWFJ) und durch das Bundesland Tirol gefördert. Das Programm COMET wird von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG abgewickelt.

Oncotyrol-Geschäftsführer ist Bernhard Hofer, MSc. Koordiniert wird das Großprojekt von der Innsbrucker CEMIT Center of Excellence in Medicine and IT GmbH. CEMIT initiiert und managt Großforschungsprojekte an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. www.oncotyrol.at, www.ffg.at/comet

Rückfragen:
CEMIT - Center of Excellence in Medicine and IT GmbH, Carola Hanisch, Karl-Kapferer-Straße 5, 6020 Innsbruck
Tel. +43.512.576523-221, Fax. +43.512.576523-301, Email: carola.hanisch@cemit.at, www.cemit.at

   
Record changed: 2017-04-02

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